ZensiertDas!NET
"Eine Zensur findet nicht statt." aus Grundgesetz Art. 5, Absatz 1
Zur Startseite

Toleriert ihr Kinderpornografie oder was soll das hier?

Nein, natürlich nicht. Aber das bedeutet nicht, dass wir die Zensur des Internets in der derzeit geplanten Form hinnehmen. Wie wir weiter unten darlegen werden, ist Internetzensur ineffektiv und es gibt bessere Alternativen um gegen Kinderpornografie vorzugehen. Die Einführung von Zensur widerspricht rechtsstaatlichen Prinzipien und kann missbraucht werden, besonders wenn die Zensurliste wie geplant geheim ist. Wer überwacht die Überwacher?

Aber es werden doch nur Kinderpornos gesperrt?

Das ist die derzeitige Aussage der Politiker. Eine fertige Infrastruktur um Inhalte zu sperren weckt aber Begehrlichkeiten und eine kontinuierliche Ausweitung auf andere Inhalte ist möglich wenn nicht sogar wahrscheinlich. Die Hemmschwelle die Zensur auszuweiten sinkt immer weiter. Auch die Musikindustrie meldet schon Ansprüche an. Genau darauf wollen wir mit diesem Spiel aufmerksam machen, was wird wohl als nächstes zensiert?

Wie funktionieren DNS-basierte Internetsperren überhaupt?

Jeder Computer im Internet hat eine Adresse, genannt IP-Adresse. Wenn man eine Internetseite aufruft, dann gibt man aber keine IP-Adresse, sondern einen Namen ein (zB zensiertdas.net), weil man sich das besser merken kann als eine Zahl. Das DNS (Domain Name System) ist dabei Vergleichbar mit einem Telefonbuch, in dem jedem Internetnamen eine IP-Adresse zugeordnet ist. Hier setzen die Sperren an. Sie sorgen dafür dass man für gesperrte Seiten keine IP-Adresse bekommt.

Sind die Sperren effektiv?

Nein, weil die Seiten weiterhin über die IP-Adressen erreichbar sind (diese Seite erreicht man z.B. unter der IP 92.51.134.83). Andererseits kann man zur Auflösung der Internetnamen auch einen alternativen DNS-Server ohne Sperren (z.B. den hier) verwenden und somit die Sperren vollkommen umgehen. Ein 27 Sekunden langes Video auf Youtube demonstriert, wie einfach das ist. Selbst die Behörden von Ländern in denen bereits eine ähnliche Sperre besteht gestehen deren Versagen bereits ein.

Gibt es Alternativen zu Internetzensur?

Ja! Anstatt die entsprechenden Inhalte vor der eigenen Bevölkerung zu verstecken können die Strafverfolgungsbehörden das Material in den meisten Fällen direkt und weltweit aus dem Internet entfernen. Dafür müssen nur die Firmen angeschrieben werden die den jeweiligen Speicherplatz im Internet bereitstellen der für die illegalen Inhalte missbraucht wird. Wie ein Experiment einer Kinderschutzgruppe zeigt reagieren die meisten Anbieter zeitnah auf gerechtfertigte Meldungen dieser Art indem die Inhalte vom Netz genommen werden. Abgesehen von dieser direkten Kommunikation mit dem Provider sollten auch die zuständigen Strafverfolgungsbehörden des Landes in dem die Inhalte gespeichert wurden informiert werden. Die Internetzensur versteckt das Problem eher und mindert die Motivation der Polizei zur internationalen Zusammenarbeit. Es scheint einfacher eine Liste illegaler Seiten zu führen als das Problem international an der Quelle zu behandeln.

Ist es nicht unangebracht, ein solches Thema in einem Spiel zu behandeln?

Das mag richtig sein. Sinn des Spiels ist es aber nicht, Spass zu machen, sondern zum Nachdenken anzuregen. Wenn man sich überlegt in welch vielfältiger Weise die geheime Sperrliste missbraucht werden kann, erkennt man erst die Gefahr für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung.
Wir speichern nicht - Weitere Informationen hier...

Wenn ich wette, geschieht das Anonym?

Vollkommene Anonymität ist im Internet u.a. dank der Vorratsdatenspeicherung kaum möglich. Wir selbst sind gegen unsinnige Überwachung und speichern deshalb keine Daten unserer Nutzer, insbesondere nicht ihre IP-Adresse. Um dem Ausdruck zu verleihen sind wir dem Netzwerk Wir speichern nicht beigetreten.

Wie kann ich euch helfen?

Das wichtigste für dieses Projekt ist Öffentlichkeit. Der erste Schritt ist es selbst einen Tip abzugeben. Wenn Sie einen Blog betreiben oder auf eine andere Art publizieren, würde es uns helfen wenn Sie auf dieses Projekt beziehungsweise ihre Teilnahme daran aufmerksam machen. Dabei können Sie entweder auf ZensiertDas.net verlinken oder auch direkt auf die Detailansicht ihres Tips.
Um die Internetzensur zu verhindern ist es ausserdem wichtig, dass mehr Menschen über ihre Schwächen und die Hintergründe informiert werden. Diese Seite kann dazu nur einen kleinen Beitrag leisten. Sie können das Thema z.B. in ihrem Umfeld ansprechen, je mehr Menschen sich mit dem Thema auseinandersetzen desto schwerer wird es die Internetzensur trotz ihrer Schwächen umzusetzen.
Wir sind natürlich nicht die einzigen die sich für die Freiheit im Internet stark machen. Nennenswert ist in diesem Bereich unter anderem Wikileaks.org (auf einen Link müssen wir leider verzichten) die durch das Veröffentlichen von Zensurlisten anderer Länder gezeigt haben, dass Seiten ungerechtfertigt gesperrt werden und die eigentliche Verfolgung der Inhalte nicht mehr stattfindet. Auch der AK-Vorrat setzt sich schon lange für Grundrechte im Internet ein.

Wo finde ich weitere Informationen?

Die Argumente für Kinderporno-Sperren laufen ins Leere (c't)
Missbrauchsopfer kämpfen gegen Netzsperren (Die Zeit)
Wahlkampf mit Kinderpornos? (Telepolis)
Ausblendung von problematischen Inhalten schützt nur dieTäter (CCC)
Wie man Grundrechtseingriffe wegzaubert